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  • peggy3594

Ein nachhaltiger Adventskalender

"Der Zufall geht Wege, da kommt die Absicht gar nicht hin."

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Exkurs zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern zu gestalten. Daraus ist nun ein neues Seminar, ein eBook und ein Adventskalender mit nachhaltigen Ideen für die Vorweihnachtszeit entstanden. Viele der Impulse sind sicher im gesamten Jahr mit Kindern gut umzusetzen. Daher habe ich mich entschieden, die 24 Adventstürchen in diesem Blog zusammenzustellen.


Ich freue mich, wenn Anregungen für Dich dabei sind. Ich freue mich über Dein Feedback und weitere Ideen.


Ich liebe diese Zeit vor Weihnachten Dieses Warten voller Vorfreude, Heimlichkeiten und kleinen Ritualen. Rituale schaffen, von jedem individuell und dennoch gemeinsam begangen, Orientierung und Sicherheit. Ich mag das Ritual des Adventskalenders, der die Wartezeit, mit kleinen Überraschungen verkürzt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich als Kind gefreut habe, morgens als erstes zum Kalender zu flitzen und zu schauen, was darin ist. Heute habe ich viel Spaß dran, für meine Familie Adventskalender zu gestalten. Seit Jahren nehmen wir an der Aktion des umgedrehten Kalender teil: jeden Tag tuen wir etwas in einen Korb oder Beutel und spenden ihn an Weihnachten der Tafel. Auch in Kitas habe ich ähnliche Aktionen schon gesehen und finde es großartig, wie hier das Thema Geben mit Kindern, im Vordergrund steht. Natürlich möchte ich auch für Euch einen Adventskalender gestalten: jeden Tag wird es hier ab morgen einen Impulse zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern leben, geben. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Umsetzen.


1. Dezember: Vergessliche Eichhörnchen

Die niedlichen Eichhörnchen haben jetzt, wie viele Wildtiere, viel zu tun. Um ihre Vorräte für den Winter zusammenzutragen und zu verstecken, sind sie gerade emsig dabei Eicheln im Waldboden zu vergraben. Leider sind Eichhörnchen etwas vergesslich. Das kann man im Frühjahr beobachten, wenn überall kleine Mini-Eichen-Wäldchen aus dem Boden schießen. Es war schon ganz clever von der Natur, Eichhörnchen kein Navigationsgerät einzubauen. Was wir nicht kennen, können wir nicht schützen. Also hat Nachhaltigkeit mit Kindern zu leben auch immer etwas mit Brücken bauen zu tun. Kindern die Natur als schützenswert nahezubringen. Am besten geht dies im gemeinsamem Tun und Spielen.

Also für Euch heute eine Anregung für ein Spiel:

  • vielleicht habt ihr ja noch Laubhaufen im Garten, wenn nicht tragt gemeinsam welche zusammen.

  • versteckt (entweder Erwachsene oder auch Kinder) überall Nüsse, o.Ä.

  • und dann wird gesucht! Viel Spaß

  • bringt Kindern das Leben der Eichhörnchen näher und erzählt ihnen die Geschichte der vergesslichen Eichhörnchen und welchen Beitrag sie für die Natur leisten.

Noch ein BUCHTIPP (unbezahlte Werbung durch Erwähnung): Das Seelenleben der Tiere von Peter Wohlleben


2. Dezember: Familienbäume

„Alt wie ein Baum...“ Der Wald ist voller Bäume, aber dass sie ein komplexes Leben haben, wird von Kindern nicht so offensichtlich wahrgenommen. Sicher der Kreislauf von der Knospe bis zum Blätterfall im Herbst begleitet uns das gesamte Jahr, gehört jedoch oft zur Kulisse im Wald. Dazu kommt, dass Bäume so langsam wachsen, dass es nicht mit dem Auge wahrgenommen werden kann. Um hier eine direkte Verbindung zu schaffen, sind die „Familienbäume“ ein wertvoller Impuls:

  • bestimmt das Alter von Bäumen, entweder an exemplarischen Baumscheiben die Ihr im Wald findet und zählt die Jahresringe, oder Ihr geht auf www.baumportal.de/Baum-alter-bestimmten

  • sucht Bäume die dem ungefähren Alter der Kinder in der Gruppe und/oder Ihrer Familien entsprechen

  • vielleicht bieten auch andere Merkmale des Baums eine Verbindung zu einen Menschen (Rinde, Gestalt...)

  • jetzt haben Kinder einen direkten Vergleich zu einem kleinen, sehr dünnen Bäumchen und zu einem sehr alten Baum wie etwa die Oma

  • was haben diese Bäume wohl schon erlebt? Denkt Euch Geschichten aus, oder fragt was die Familienmitglieder in dieser Zeit erfahren haben

  • malt die Gesichter der Kinder auf ein Stück Tonkarton und bindet/umwickelt sie mit Schnur an die Bäume

  • vielleicht gehen die Kinder ja am Wochenende, mit ihren Familien dort spazieren und können die Bäume zeigen

Ein Baum braucht viele Jahre um groß zu werden und einen gewissen Umfang zu entwickeln. Ich finde die Idee eine schöne Möglichkeit um Kindern dies näher zu bringen und ihnen Achtsamkeit entgegen zu bringen.

Die Idee habe ich aus dem Buch „Nachhaltigkeit mit Kindern leben“ von Ingrid Mikilitz unbezahlte Werbung durch Erwähnung), was ich gerne weiterempfehle.



3. Dezember: Oh Tannenbaum

Ein Kunstwerk von einer Teilnehmerin aus meinem Seminar "Kunst machen" hat mich auf diese Idee gebracht. Eine super Idee zum Gestalten mit Kindern: 🌿Sammelt Äste uns Stöcke in verschiedenen Längen 🌿Legt Euch die Äste mit den richtigen Abständen, so vor Euch, wie Ihr sie verbinden wollt 🌿Verbindet sie mit fester Schnur 🌿befestigt an der Spitze eine kleine Schlaufe zum Aufhängen 🌿Gestaltet Eurer Bäumchen mit Naturmaterialien 🌿Je nach Größe könnt Ihr nun kleine Überraschungen in das Bäumchen hängen 🌿oder/und mit Lichterketten weiter schmücken 🌿seit dankbar für die schönen Bastelmaterialien, die die Natur uns schenkt



4. Dezember: Advents Café to go

In den vergangenen Monaten habe ich wieder einmal gesehen, wie unglaublich kreativ und engagiert Erzieher*Innen sind. Den Kontakt zu den Familien der Kinder aufrecht zu erhalten, war und ist, bei all den Einschränkungen, nur erschwert möglich. Eine tolle Idee war der Elternabend, St. Martin...to go. Warum also nicht auch der Adventnachmittag zum Mitnehmen?!

Vorschläge für einen vollgepackten Nachmittag, der zwar mit Abstand, jedoch in Gemeinschaft verbracht werden kann: ☕bemalt eine Papiertüte mit den Kindern ☕für die Füllung eignen sich: selbstgebackene Plätzchen, Schoko-Crossies, Müsliriegel... ☕Tee, eine "Löffeltrinkschokolade", Kandiszuckerstäbchen... ☕eine Weihnachtsgeschichte, die Ihr gerade gerne mit den Kinder lest ☕steckt einen kleinen Basteltipp, Rezept o.Ä. in die Tüte, die die Eltern mit ihren Kindern gestalten können ☕ein selbstgebasteltes Teelicht sorgt für eine weihnachtliche Atmosphäre ☕aktuelle Fotos mit Erlebnissen der Kinder zur Anregung für Gespräche ☕Mutmach-/Sprüchekarten ☕ein Adventgedicht ☕... Über ein Advents Café to go freuen sich sicher auch Nachbarn und Freunde... Wir schicken heute zwei Päckchen zu unseren Großeltern.


5. Dezember: Schuhe putzen

Bei uns zu Hause ist es Brauch, am Abend vor dem Nikolaustag seine Schuhe zu putzen und vor die Tür zu stellen. Am Morgen des 06.12. flitzen dann alle als erstes an die Tür um zu schauen, was denn tolles in seinen Stiefeln steckt. Als Kind war ich immer so aufgeregt, dass ich nicht gut schlafen konnte-schade diese Zeit kommt wohl nicht mehr zurück. In der Kita haben mein Team und ich, diesen Brauch jedes Jahr begangen. Die Kinder haben Schuhputz-Bürsten und Lappen mitgebracht und wir haben gemeinsam die Schuhe geputzt, bis sie glänzten. Zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern leben, hat dies eine ganz praktische Verbindung. Denn das Pflegen und Wertschätzen von Dingen die wir im Alltag benötigen, gehört für mich in die Arbeit mit den Kindern. Nicht nur zu Anlässen wie Nikolaus, sondern in den gemeinsam Alltag.


6. Dezember: Familienrezept

In der Weihnachtsbäckerei...“ Einen Tag in der Adventszeit wird bei uns die Weihnachtsbäckerei“ eröffnet. Unsere Kinder lieben, immer noch, die Ausstechplätzchen. Über die Jahre haben wir auch die verschiedensten Ausstechformen gesammelt und jedes Teil bringt eine schöne Erinnerung mit. Hier unser „Geht immer, einfach und schnell Rezept“

FÜR DEN MÜRBETEIG:

  • 125 g kalte Butter

  • 200 g Mehl

  • 100 g Zucker

  • 1 Pck. Vanillezucker

  • 1 Ei

  • etwas Mehl für die Teigverarbeitung

FÜR ZUCKERGUSS & DEKO

  • 2 EL Zitronensaft

  • 6 EL Puderzucker

  • verschiedener Dekor

ZUBEREITUNG:

  • 125 g Butter, 200 g Mehl, 100 g Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und 1 Ei vermengen und für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft 160), Teil ausrollen und ausstechen.

  • Puderzucker mit Zitronensaft vermischen und nach Abkühlung die Plätzchen bestreichen und dekorieren.

  • oder Plätzchen vor dem Backen mit Eigelb bestreichen und mit Mandeln, Nüssen... dekorieren


7. Dezember: Ich schenke Dir ein Lächeln

Etwas geschenkt zu bekommen heißt für viele Menschen etwas Materielles zu erhalten. Muss es jedoch immer etwas sein, was ich in den Händen halten kann. Oder ist das nicht manchmal nur eine kurze Freude und das wirkliche Glück steckt in anderen Dingen? Freude an kleinen Dingen und Gesten stärkt die Resilienzfähigkeit und die Stärkung des Selbstkonzepts. Das Gefühl aus sich heraus etwas bewirken zu können und aus diesem Gefühl selbst Glücksmomente zu erleben, ist im übertragenen Sinne, Suchtprävention. Schon das Konzept der „Spielzeugfreien Zeit in der Kita“ der 90er Jahren, hatte, unter anderem, eine Veränderung des Konsumverhaltens der Kinder, als Ziel. Nachhaltigkeit mit Kindern zu leben heißt eben auch nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung. Ich schenke Euch heute im Adventstürchen ein schönes Lächeln und ich hoffe es ist ansteckend.

  • Überlegt gemeinsam mit den Kindern, was man noch schenken kann und was sie besonders freut.

  • Beobachtet, was Ihr mit einem Lächeln und/oder einen freundlichen Geste bewirken könnt.

8. Dezember: Zeug zum Spielen

Kinder brauchen kein Spielzeug, sie brauchen Zeug zum Spielen! Heute versteckt sich hinter meinem Adventstürchen die beste upcycling Idee überhaupt. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit fallen viele Schachteln, Dosen, Säckchen... als Verpackung an. Wo wir Erwachsene manchmal keine Verwendung mehr dafür haben, steckt für die Kinder noch jede Menge Spaß, Kreativität, Lösungskompetenz, Residenz, Alltagsleben, Sprachen.... drin. Und das alles, ohne etwas Neues zu kaufen.


9. Dezember: Geschenke zum Verputzen

Ich habe noch NIE Marmelade selber gekocht und bin auch nicht so die leidenschaftliche Köchin, aber dieses Rezept hat mich interessiert. Und... es wurde von meiner Familie mit dem Prädikat Lecker ausgezeichnet. Geschenke zum Verputzen sind nicht nur lecker, sondern auch noch nachhaltig... hier bleibt nichts übrig. Und die Gläser... naja, mein "Marmeladenselberkochenherz" ist geweckt... ich habe schon ein neues Rezept, was ich ausprobieren möchte.

Du brauchst für 4 Gläser Bratapfelmarmelade: 🍎6 große Boskop Äpfel 🍎1/2 Zitrone 🍎1 Vanilleschote 🍎1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker 🍎2 Zimtstangen 🍎3 Sternenanis 🍎250 ml naturtrüben Apfelsaft 🍎70gr. Mandelstifte 🍎500gr. Gelierzucker 2:1 🍎60gr. Rosinen Zutaten waschen, zerkleinern und 15 Minuten köcheln lassen. Mandeln in einer Pfanne rösten. Gelierzucker und Rosinen dazugeben, einige Minuten kochen lassen. Gewürze entfernen. Mandelstifte dazugeben. In sterile Gläser füllen. FERTIG Viel Spaß beim Verschenken und selber Verputzen.




10. Dezember: Rahmen aus Stöcken basteln

Heute wieder eine Gestaltungsidee einer Teilnehmerin meines Seminar "Kreativwerkstatt Kita". Rahmen aus Stöcken: Stöcke je nach Wusch als Rahmen oder Gitter mit fester Packet Schnur verbinden. Bietet Platz für Fotos, Notizen, Wünsche, Sprüche, Bilder, Kleinigkeiten... Ich wünsche viel Spaß beim Nachbasteln.





11. Dezember: Baumpatenschaften

Ich freue mich immer, wenn ich auf meinen Spaziergängen, an den Unterständen, die geschmückten Baume, der Wandervereine entdecke. Einige Kitas übernehmen auch Patenschaften für Baume. Im Sommer freuen sich die Bäume über zusätzliches Wasser (auch im Winter ist es oft zu trocken). Der Boden um die Bäume dient, besonders in Stadtgebieten, als zusätzliche Grünfläche. Jetzt in der Vorweihnachtszeit freuen sich Spaziergänger über geschmückte Bäume. Achtet nur darauf, dass keine Plastikteilchen umherfliegen und zur Gefahr für Vögel werden. Am besten schmückt Ihr mit Vogelfutterringen o. Ä. und natürlichen Materialien - sieht schön aus und die Vögel freuen sich darüber (inzwischen brauchen sie das ganze Jahr über Zufütterung).


12. Dezember: Es war einmal…

Heute im Adventstürchen: Ein Märchen erzählen. Vor einigen Jahren bin ich, auf dem Nachhauseweg von einem Seminar, von einem Schneeeinbruch ziemlich überrascht worden. Kurzerhand habe ich mich entschlossen, diese Nacht in einem Hotel zu übernachten und erst am kommenden Morgen nach Hause zu fahren. Untergekommen bin ich bei sehr freundlichen Gastleuten (eigentlich wollten sie in dieser Nacht, wegen einer Familienangelegenheit, niemanden aufnehmen) in der Märchenschmiede Morschen. An diese Nacht erinnere ich mich gerne- ich habe im Rumpelstilzchen Zimmer übernachtet und es war wirklich märchenhaft. Für mich gehören Märchen in die Vorweihnachtzeit. Deshalb heute meine Anregung für Euch, einmal wieder die alten Märchenbücher rauszuholen und sie vorzulesen. Fragt doch mal bei den Eltern Eurer Kinder nach, welche Märchen und Geschichten sie aus ihrer Kindheit kennen. Welches Märchen mögt Ihr besonders?


13. Dezember: Mach´s Dir gemütlich

Am Morgen geht es auf vier Beinen, am Mittag auf zwei und am Abend auf drei Beinen. Was ist das?

Dieses uralte Rätsel zeigt auf, dass unser Leben gegliedert und gleichzeitig ein fließender Ablauf ist. Wir werden geboren, altern und sterben. Der Ablauf eines Jahres, eines Monats, einer Woche oder eines Tages verläuft nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Wir entwickeln uns in einem natürlichen Wechsel und erleben gleichzeitig eine verlässliche Wiederkehr. In einer Dynamik von Spannung und Entspannung erweitern wir unsere Fähigkeiten und Einsichten und verändern fortlaufend unser Verhalten. Damit wir das können, greifen wir immer wieder auf uns vertraute Elemente und Gewohnheiten zurück.[vgl. Bodenburg, Kollmann, Frühpädagogik- arbeiten mit Kindern von 0-3 Jahren, Bildungsverlag EINS, 2011 in "Anker im Tagesablauf- Die Bedeutung von Ritualen in der Krippe", Peggy Bresnik, klein&groß 02/03] Gerade jetzt ist wieder die Zeit in der wir viele Rituale begehen, uns erinnern und erfreuen an Wiederkehrendem und Vertrautem. Es ist eine Zeit der Ruhe und Besinnung auf das Wesentliche, eine Zeit der Familie. In der Natur ist jetzt die Zeit der Ruhe, des Kraftschöpfens und des Wartens. Wir, als Teil der Natur, tun es ihr gleich und machen es uns im Warmen gemütlich. Für die Arbeit mit Kindern, ist es mir wichtig auch hier eine Verbindung zur Natur herzustellen - es gibt für alles eine Zeit. Überlegt doch einmal gemeinsam, was für die Kinder in welche Jahreszeit gehört und was sie jetzt besonders mögen oder vermissen.


14. Dezember: Was machen Ameisen im Winter?

Mein heutiger Impulse: Als Erwachsener nicht zu viel zu wissen. Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, dass die Tiere ihren Winter, wie im Märchen bei Däumelinchen, in ihren Höhlen mit Winzlings Ausstattung verbringen. Aber wie überwintern Tiere tatsächlich? Die Frage „Was machen Ameisen im Winter?“ habe ich von einem Mädchen geschenkt bekommen. Auf der gemeinsamen Forschungsreise habe ich viel Spannendes gelernt. Kinder- Fragen sind ein Geschenk und eröffnen Möglichkeiten das Verständnis und die Liebe zur Natur zu starken.



15. Dezember: Ich bau mir eine Stadt

Im heutigen Adventstürchen steckt ein upcycling Impuls. Basteln gehört in der Kita einfach dazu. Ich habe lange als Atelerista gearbeitet und mag die kreative Arbeit im Atelier mit Kindern. Allerdings stehe ich dem Basteln auch etwas kritisch gegenüber. Ständig kommen neue Ideen und Materialien auf den Markt. Aus diesem riesigen Angebot wird viel, oft unnötig, gekauft und in Serie produziert. „Kunst ist Gabe, nicht Wiedergabe“, daher geht es für mich eher um das Anbieten von Materialen und Impulsen und um die Begleitung des kreativen Prozesses der Kinder. Gerade viele upcycling Ideen sind, genauer betrachtet, eher das Gegenteil. Beim upcycling geht es darum, etwas Benutztes oder auch übrig Gebliebenes aufzuwerten. Neue Packungen Pappteller zu Engeln, Plastikbecher oder Wattebäuschen zu Schneemänner... zu verarbeiten, ist es nicht. Tetrapacks fallen zu Hauf an und es lassen sich kreative Sachen daraus basteln. Bloß nicht: Eins zu Eins nach basteln. Wahrscheinlich entsteht aus diesem Impuls etwas Ähnliches oder ganz anderes. Auf jeden Fall wünsche ich Euch eine kreative Zeit.


16. Dezember: Vorfreude Wann hast Du Dich das letzte Mal auf etwas gefreut? Ich kann mich gut an dieses Gefühl der Vorfreude, besonders an Weihnachten, erinnern. Stollen und Plätzchen backen mit meiner Mutter, den Baum am 24.12. gemeinsam mit meinem Vater schmücken, Heimlichkeiten in der Weihnachtswerkstatt und dann natürlich die Spannung, gemeinsam mit meinem Bruder, vor Heiligabend... Ist es nicht so, dass wir uns heute Wünsche einfach so zwischendurch erfüllen, einfach weil wir es können? Klar, der Alltag ist stressig genug, da kann man sich schon mal eine kleine Wunscherfüllung zwischendurch gönnen. Dass die Weihnachtswünsche erwartungsgemäß erfüllt werden, stellen wir mit Wunschlisten, Absprachen, Gutscheingeschenken, oder selbst kaufen sicher. Auch Kindern werden kleine und große Wünsche zwischendurch erfüllt, sie brauchen nicht mehr warten. Dadurch entsteht eine Erwartungshaltung- ich will etwas und ich bekomme es gleich erfüllt. Dementsprechend ist der Wert des Geschenks. Vorfreude ist doch immer noch die schönste Freude. Lasst uns, gerade mit Kindern, wieder etwas warten und uns auf etwas freuen.


17. Dezember: Müll einsammeln

Es ist eben doch nicht so leicht den Mülleimer zu treffen. Mein heutiger Impuls: Eine Müllsammel Aktion starten. Auf einer meiner Gassi Runden gehe ich an drei Kitas vorbei. Ab und zu stehen an den öffentlichen Mülleimern Säcke mit dem Hinweis: „Dieser Müll wurde von den Kindern der KiTa... gesammelt.“ Eine großartige Aktion! Kindern übernehmen hier Verantwortung, werden für das Thema Umweltschutz sensibilisiert und spüren, dass sie auch über die KiTa hinaus, wirksam sein können. Also Handschuhe an und Müllgreifer raus und los geht’s.


18. Dezember: Der Wald ist voller Geschichten

Kennst Du das? Wenn ich durch den Wald gehe, begegnen mir überall Geschichten. Mystische Zeichen in Baumrinden, Zwergenhöhlen unter Baumwurzeln, Baumgesichter... Heute im Adventskalender wieder ein Impuls zum Brückenbau in die Natur. Nachhaltigkeit mit Kindern zu leben, hat für mich viel mit dem Verständnis und der Liebe zur Natur zu tun. „Was ich nicht kenne und liebe, kann ich nicht schützen“. Die Natur nicht nur als Kulisse für etwas zu nutzen, sondern wirklich kennen- verstehen- und lieben zu lernen ist der entscheidende Baustein zum Naturschutz. Mit Kindern im „magischen Alter“ lassen sich prima Verbindungen mit Geschichten schaffen. Schaut doch, auf Eurem nächsten Spaziergang, einmal genau hin, wo Ihr Geschichten entdeckt. Nehmt die Geschichte mit, macht ein Foto und schreibt sie auf... so kann das eigene Märchenbuch entstehen. Oder verschenkt Eure Geschichte.


19. Dezember: Wenn Farben sich berühren

In diesem Jahr bin ich echt früh dran. Ich habe schon alle Geschenke und werde am Wochenende alles verpacken. Unverpackt finde ich sonst prima, nur Geschenke verpacke ich einfach gern. Also habe ich mich auch hier nach nachhaltigen Alternativen umgesehen und gefunden. Ich habe mal ein paar gesammelt und stecke sie heute in mein Adventstürchen: 🎁Geschenkpapier einfach wiederverwenden 🎁Zeitungspapier oder schöne Katalogseiten o.Ä. verwenden 🎁wiederverwertbare Geschenksäcken aus Stoff mit verschenken 🎁Wachstücher oder Gläser z. B. für selbstgemachte Leckereien verwenden 🎁Geschenk im Geschenk z.B. einem Schal oder Tuch 🎁Packpapier oder recyceltes Papier verwenden oder... und hier mein Lieblingstipp: 🎨in der Kita fallen unzählige Kunstwerke, oft Gemeinschaftswerke der Kinder, auf großen Papierrollen uvm. an. Viele der Kunstwerke gehen nicht mit nach Hause, sondern werden weggeworfen. Dieses Papier ist jedoch viel zu schön um es nicht weiterzuverwenden. Mit Erlaubnis der Künstler können hiermit Geschenke verpackt, Weihnachtskarten, Einladungskarten, Kunstkalender etc. gestaltet werden. 🎨Dieses Kunstwerk ist in einem meiner Seminare zur Atelierarbeit entstanden. 🎨Ich liebe ja Geschichten. Malen nach Geschichten ist eine schöne Aktion mit Kindern und verbindet zwei Kunstformen. 🎨“Wenn Farben sich berühren“ von Eva Heller ist eine Geschichte die ich gerne nutzte.


20. Dezember: Lichtlein (Kerzen selber gießen)

Im heutigen Türchen eine upcycling- DIY- Lastminute- Geschenkidee. Ist Dir auch schon einmal aufgefallen, wie viel Kerzenreste weggeworfen werden? Bei mir brennen das ganze Jahr über Kerzen. In diesem Jahr habe ich darauf geachtet und war echt erstaunt, was ich da aus Leuchtern etc. heraus kratze und wegwerfe. Also habe ich mich mal daran gemacht und die Reste recycelt. Es ist kinderleicht: 🕯Kerzenreste in einer Konservendose o.Ä. im Wasserbad schmelzen lassen 🕯Gläser mit Kerzendochten vorbereiten 🕯heißen Kerzenwachs einfüllen 🕯abkühlen lassen, Fertig Ich bin selber etwas erstaunt, mit welchen Kleinigkeiten wir Kinder mit auf den Weg zum nachhaltigen Leben nehmen können. Gerade diese Kleinigkeiten, können den Kindern in ihrem Alltag Zusammenhänge und Handlungsoptionen verdeutlichen.



21. Dezember: Selbstporträt aus Naturmaterialien

Wie sehe ich denn in Natur aus?

Versuchs einfach mal und habe viel Spaß dabei! Heute im Türchen: Landart

Ein Kunstwerk das als Gemeinschaftsarbeit im Team „Stöcke“ im Atelier-Seminar entstanden und bietet wieder eine schöne Möglichkeit eine Verbindung von mir zur Natur zu schaffen.






22. Dezember: Ich schenk Dir einen Stein

„Unser Alltag ist ihre Kindheit.“ Dieses Zitat ist mir in den letzten Monaten „auf die Füße gefallen“ und es beschäftigt mich sehr. Erst gestern habe ich wieder eine Diskussion über die angeblich fehlende Förderung von Kindern zu Zeiten von Homeschooling gehört. Absolut, Schule und Kindergarten sind wichtig für Kinder und wir leben in einem Land, in dem es zu den Rechten von Kindern gehört Bildungseinrichtung zu besuchen. Das ist ein wundervolles Privileg, was allen Kinder dieser Welt zur Selbstverständlichkeit werden sollte. Auch müssen Familien besonders unterstützt werden, denen weniger Ressourcen zur Verfügung stehen. Eltern zu stärken heißt Kinder zu stärken! In meinem heutigen Impuls möchte ich meinen Fokus jedoch auch darauf richten, dass Bildung im Sinne von Unterricht und pädagogischen Angeboten nicht alles ist. Die Entwicklung der Kinder steht nicht still, weil die Erwachsenen gerade mi der Bewältigung einer wirklich herausfordernden Zeit zu tun haben. Die Entwicklung und Bildung unserer Kinder findet statt und zwar jetzt. Also bereitet gemeinsam Weihnachten vor, schmückt den Baum, backt Plätzchen, bastelt Geschenke in der „Weihnachtswerstatt“, bemalt Steine und verschenkt sie, kocht zusammen, räumt den Geschirrspüler ein, geht raus, erfindet Geschichten, lest Bücher, repariert Spielsachen, hängt Wäsche auf, überprüft den Ölstand am Auto... Hier findet so viel Bildung statt, die mindestens genauso wichtig für die Persönlichkeitsentfaltung für Kinder ist, wie lesen, schreiben und rechnen zu lernen.


23. Dezember: Erste Male

„Was für ein Jahr... ...die ersten Schritte gegangen, das erste Lächeln, der erste Kita-Tag, das erste Mal Fahrrad fahren, das erste Mal Ostereier suchen, das erste Mal im Planschbecken sitzen, das erste Mal Kloppe kriegen und sich wieder vertragen, das erste Wort sagen, das erste Mal ganz oben aufs Klettergerüst klettern und nicht weiter wissen, das erste Mal hinfallen, das erste Mal verloren gehen und wiedergefunden werden, dem ersten Geburtstag feiern, den ersten Schultag überstehen, das erste Mal aufs Klo gehen, das erste Mal Haare schneiden und wieder ankleben, das erste Mal im Sandkasten eingegraben werden, das erste Mal in Pfützen springen, das erste Mal im Laubhaufen getobt, „Laterne, Laterne“ gelernt, das erste Bild gemalt, das erste Mal im Tor gestanden, das erste Mal verliebt, das erste Mal Brokkoli probiert, das erste Mal Plätzchen backen... ...was für ein Jahr...“(Peggy Bresnik, Weihnachtsgrüße, 2020) ...und morgen werden viele Kinder das erste Mal unterm Weihnachtsbaum sitzen oder es wird Ihnen so vorkommen. Lasst es zu einem ganz besonderen ersten Mal werden und genießt es. Irgendwann schauen wir gemeinsam lächelnd zurück und werden sagen... wir waren dabei!


24. Dezember: Zeitgeschenke

Ja ist es denn schon wieder soweit? Das größte Geschenk, was wir jemanden anderen schenken können, ist Zeit miteinander zu verbringen. Zeit ist eine Ressource die immer knapp und begrenzt zu sein scheint. Es kommt jedoch gar nicht so sehr auf die Quantität der Zeit, sondern viel eher auf die Qualität an. Einen Moment anhalten und wirklich präsent und zugewandt sein, bewirkt oft Wunder und wirkt lange nach. Schenkt Euch und Euren Lieben etwas Großartiges -Zeitgeschenke- Ich wünsche Euch allen ein schönes und erholsames Weihnachtsfest. Genießt die Zeit die Ihr miteinander verbringt.


Ich hoffe sehr, dass für Dich und/oder Dein Team etwas Spannendes dabei war. Ich freue mich sehr über Dein Feedback und weitere Anregungen aus Deiner Praxis. Wenn Du oder Dein Team weitere Fragen habt und/oder Unterstützung bei der Umsetzung einer nachhaltigen Pädagogik mit Kindern habt, melde Dich gern bei mir.

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