Nur ein Übergang?!


Stell dir mal ein Leben ohne Übergänge vor...kein Schnüffelstück vom Runden ins Eckige, kein Frühjahr, keinen Herbst, kein Ankommen, kein Neujahr, kein Verabschieden, Flüsse ohne Brücken...


“Mit Übergängen (Transitionen) werden krisenhafte, zeitlich begrenzte Phasen der Entwicklung von Menschen bezeichnet, die durch markante Ereignisse ausgelöst werden." Krisenhaft, weil wir vor etwas Neuem, Unbekannten stehen, dass erst kennengelernt und bewältigt werden muss.”

In Kita stehen gerade jetzt große Übergänge an: die Übergänge in die Schule, der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten und die Eingewöhnungen in die Krippe oder Kita. Vielleicht stehen aber auch Personalwechsel- und Führungswechsel zum neuen Kindergartenjahr an. Für die Gestaltung Eurer Übergänge möchte ich einige Impulse dazu mit Euch teilen.


Wenn Ihr ein Konzept für die Gestaltung Eurer Übergänge -egal welche: Eingewöhnung, Wechsel im Haus, Einschulung, Ankommen neuer Mitarbeiter*innen und/oder Praktikant*innen- stellt Euch selbst erst einmal folgende Fragen:

· Was macht es mir leicht irgendwo neu anzukommen?

· Was erschwert mir das Ankommen in einer neuen Umgebung?

· Wie sind meine Übergänge bisher verlaufen? Wie viele und welche waren das eigentlich?

· Was und wer hat mich unterstützt?

Mit diesen Erkenntnissen könnt Ihr Eure Übergänge in der Praxis gut reflektieren und ggf. verändern.


Übergänge finden auf verschiedenen Ebenen statt: der individuellen, der interaktiven und der kontextuellen. Das gilt für alle an diesem Prozess Beteiligten. Bei der Eingewöhnung in die Kita sind das nicht nur die Kinder die neu in die Kita kommen, sondern die jeweiligen Kindergruppen, die Eltern und das Team. Die Beteiligten verändern sich natürlich im jeweiligen Kontext- die Aufgaben bleiben. Macht Euch dazu einmal Gedanken: Was ändert sich für die jeweils Beteiligten auf den verschiedenen Ebenen? Das ist die Grundlage um bedürfnisorientiert für alle Beteiligten Unterstützungsstrategien zu erarbeiten. Alle sitzen im gleichen Boot und das verbindet. Jeder geht diesen Übergang jedoch für sich und arbeitet an seinen Themen. Für uns in der Kita bedeutet dies darauf zu achten, dass alle mitgenommen werden und das wir auch auf uns selber achten.

Spür mal in dich selbst hinein:

· Was ändert sich bei einem Übergang für dich ganz individuell (z.B. Emotionen, Kompetenzen...)

· Was verändert sich in deinen Interaktionen, Beziehungen, Rollen?

· Wie verändert und/oder erweitert sich dein Kontext?


Wie wir unseren Weg im Leben gehen, hängt entscheiden davon ab, wie wir gelernt haben Übergänge zu bewältigt. Denn hier werden Problemlösestrategien, Beziehungsfähigkeit, Resilienz... entwickelt.


Drei Gelingensfaktoren für die Gestaltung guter Übergänge

Eine wichtige Strategie zum Gelingen von Übergängen ist LANGSAMKEIT.

Individuell Zeit für die Bewältigung des Übergangs zu haben, nicht gedrängt werden, selbst entscheiden können, zurück gehen zu können...

Entscheidend für die Bewältigung von Übergängen ist nicht, dass sie schnell hinter uns gebracht werden, sondern dass wir gestärkt aus ihnen hervor gehen.

Für die Gestaltung von Übergangskonzepten ist also eine entscheidende Frage: Wie können wir Langsamkeit für alle Beteiligten (Kinder, Eltern, Team, neue Kolleg*innen, Praktikanten...) gewährleisten? z.B. frühe Kennlerngespräche, Hospitationen, Kennlerntage, Teilnahme an Feste... Fortbildungen...

Reflektiert dahingehen einmal Eure Übergänge: Welche Strategien habt ihr entwickelt? Womit feiert ihr Erfolge?


Alles klappt besser, wenn du es nicht allein bewältigen musst! So ist es auch bei der Bewältigung von Übergängen. Die BEGLEITUNG in diesen Prozessen ist ein weiterer wichtiger Gelingensfaktor.

Reflektiert dahingehen einmal Eure Übergänge: Wie stellt ihr die Begleitung für, alle im Prozess Beteiligten, sicher?


RITUALE und damit Orientierung, Beteiligung und Kontrolle über den Prozess sind ein weiterer elementarer Bestandteil beim Bewältigen von Übergängen. Ritualisierte Abläufe und Rituale zum Verdeutlichen des Übergangs schaffen Sicherheit.

Welche Rituale und Orientierungsmöglichkeiten bietet ihr für eure Übergänge an? Welche Rituale bieten euch selbst Sicherheit, um die Übergänge gut zu gestalten?


„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge. Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann, und es braucht Gemeinschaften in denen es sich aufgehoben fühlt.“ Gerald Hüther









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